Vom Überliegen, Einhüllen und Begleiten –
unser Glossar zum Straßenbahnbau

Was ist eigentlich eine Hüllkurve? Und was bitte bedeutet Überliegeposition? Nun, auch der Straßenbahnbau ist eine Wissenschaft für sich – und wie in jedem Fachgebiet, sprechen die beteiligten Fachmenschen ihre ganz eigene Sprache. 

Damit Ihnen trotzdem niemand ein »X« für ein »U« vormachen kann, Sie auf Augenhöhe mitreden und sich exakt ausdrücken können, wenn es auf die Details ankommt, tragen wir Ihnen die wichtigsten Begriffe aus der Welt des Straßenbahnbaus, der Verkehrsplanung und dem angrenzenden Drumherum zusammen. Zugegeben, manches klingt so kurios, da mussten wir uns erst mal »eindenken«. 

 

Halten wir uns oft und viel an einem Ort auf, neigen die meisten von uns dazu, es sich dort ein bisschen heimelig zu machen. Dabei geht es nicht ausschließlich um »schönes« Einrichten – zumal »schön« ohnehin sehr subjektiv und wenig zu verallgemeinern ist –, es geht vielmehr um die Aneignung des Raumes. Wir markieren unser Revier, könnte man evolutionsbiologisch formulieren, drücken der Umgebung unseren persönlichen Stempel auf. Kommen Gäste, sagen wir mit der Gestaltung unserer vier Wände: »Willkommen bei mir.« Oder eben auch nicht, manche mögen Besuch ja nicht so gerne. Insbesondere überraschende Stippvisiten, weil Zuhause ein Rückzugsort ist, oder man nicht vorbereitet ist auf unvermittelt einsetzende gesellschaftliche Interaktion, die Wohnung unaufgeräumt oder man selbst eher desolat dasteht. Haben wir hingegen eine Einladung ausgesprochen, geben wir uns eine extra Portion Mühe, alles schön herzurichten. Schließlich können Besucher:innen sich quasi in uns hinein(ver)setzen. Wenn sie mögen und schauen.

An Arbeitsplätzen gilt im Übrigen Ähnliches. Die Bilder der Liebsten auf dem Schreibtisch weisen uns als Angehörige eines familiären Netzwerkes aus, verbunden, bedacht und vergeben. Sinnschwere Postkarten senden philosophische Botschaften, und man weiß gleich beim Betreten des Raumes, woher der Wind weht. Gedeihendes Pflanzengrün auf dem Fenstersims zeigen unsere Sorgfalt und gewissenhaftes Kümmern oder auch die Überzeugung: »Fürs-Überleben-trägt-jede:r-selbst-Verantwortung« – da sind Kakteen dann im Allgemeinen am besten dran.

Einrichtung also ist eine Abbildung unserer inneren Haltung zur Welt und unserem Selbst. Ob kreativ chaotisch, zurückhaltend minimalistisch, klare Struktur, im fröhlichen Durcheinander oder maximale Reduktion auf Funktionalität - Orte und ihre Einrichtung sind Kommunikation. Manchmal ist auch wenig fertig oder alles noch im Prozess. Der Ort ist Durchgangsstation, Probierfeld, im Umbau begriffen oder einfach eine riesengroße Baustelle. Und tatsächlich müssen wir einräumen: Eine Baustelleneinrichtung mit ihrem offenen Ausgang und maximalen Veränderungspotenzial hat durchaus ihren Charme. 

Definition »Baustelleneinrichtung«
Die Gesamtheit der Einrichtungen, die innerhalb einer Baustelle für die Errichtung eines Bauwerkes erforderlich sind wie bspw. für Produktion, Lagerung oder Transport.

 

Wir sind viel unterwegs. Gleich am Morgen geht es mit den Frühverkehr los. Da legen wir, verschlafen noch, die Wege zur Schule oder zum Start-in-den-Tag-Espresso im Leib- und Seelecafé zurück. Mittags geht es verkehrlich unvermindert weiter, weil die ersten Dienstschluss haben, sie zum Mittagessen verabredet sind oder flux zwischen Termin und Meeting den Wocheneinkauf erledigen. Am Abend dann der berüchtigte Feierabendverkehr, die »Rush-hour«, wie es so schön heißt: Straßen verstopft, Verkehr im Stop-and-Go-Modus, die Feierlaune im Sinkflug. 

Zwischen all diesen Verbindungsverkehren, dem An-einander-Vorbeieilen mit Blick auf das Ziel, die Aufgabe oder das Nächste, neben diesen notwendigen Bewegungen von A nach B passieren die kleinen feinen, alles zusammenhaltenden Momente. Der nette Plausch mit der zufällig getroffenen Nachbarin. Die sich kurz kreuzenden Blick und das helfende Aufhalten einer Eingangstür. Das Nebeneinanderstehen an der roten Ampel. Die beobachtete Begebenheit am Bestelltresen und das gemeinsame Lächeln darüber. Die stillen Begegnungen, während wir kreuzen und queren und verkehren: Sie sind es, die den Tag würzen. 

Definition »Begegnungsverkehre«
das aneinander Vorbeifahren zweier Verkehrsmittel an schmaler Stelle des Verkehrsweges in entgegengesetzter (Vorbeifahrt) oder gleicher Richtung (Überholen)

 

Bequemes Schuhwerk ist ein Segen. Leider ist das nicht immer gegeben. Mancher Schuh eignet sich kaum zur Fortbewegung. Insbesondere schickes Aussehen lässt so manches Fußkleid zum Dekorationsartikel verkommen. Steh- oder Sitzschuhe sozusagen. Einfluss auf die Bequemlichkeit nimmt neben Absatzhöhe, Leistenweite, Material und Innenfutter allem voran die Beschaffenheit der Sohle. Bei edleren Ausführungen sind die Laufflächen aus Leder – ein Fakt, der die Nutzung äußerst einschränkt, da das Material zuunterst meist sehr glatt und wenig widerstandsfähig, dafür maximal atmungsaktiv und extrem biegsam ist. Clogs und ähnliche Modelle nutzen Holz zum Draufherumgehen, Espandrillos verwenden traditionsgemäß geflochtenes Stroh. Am häufigsten trifft man in unseren Breitengraden auf die Gummisohle, bestehend aus EVA (Ethylen-Vinylacetat), TPU (thermoplastisches Polyurethan) oder Polyurethan (PU), dazu Krepp aus Naturkautschuk. Profile unterschiedlicher Form und Tiefe, angepasst an die jeweiligen Anforderungen –Caramato-Sohle (markantes Stollenprofil), Golfsohle (Noppen für sicheren Stand) oder Schalensohle (für den Wanderschuh), um nur ein paar wenige zu nennen. Über die Gesamtleistung entscheidet Langlebigkeit, Komfort, Gewicht, Dämpfung, Zugkraft, Rutschfestigkeit, Flexibilität sowie Auswirkungen auf die Umwelt und Kosteneffizienz. Sie merken: Wir haben viel gelesen und uns eingehend beschäftigt.

Daher können wir verlässlich behaupten: Sehr selten, um nicht ehrlicherweise zu sagen uns bisher nicht bekannt und in alltäglicher Anwendung noch nicht in echt begegnet, ist die Betonsohle. Womöglich, weil sie so hart und unflexibel, also - so schlussfolgern wir - unbequem ist, dass sie nur zu ganz speziellem Anlass und bei exklusiven Anforderungen Verwendung findet. Wobei Beton als solches erst einmal atmungsaktiv daherkommt. Ein Komfort-Pluspunkt, der die negativen Aspekte nach aktuellem Entwicklungsstand aber nicht aufzuheben scheint. Sollte es diesbezüglich jedoch Fortschritte geben und wir ein Paar mit innovativer Betonsohle finden, werden wir für Sie umgehend einen Testlauf durchführen. Die Ergebnisse veröffentlichen wir dann auf dieser Website.

Definition »Betonsohle«
flächenförmiges, horizontales Verbindungselement eines Bauwerkes; schließt dieses nach untenhin ab; als Grundlage für Geschoss, zur Aufnahme von Lasten oder Verhinderung des Eindringens von Grundwasser

 

Beziehungsformen gibt es zum Glück viele. Je nach Liebe, kultureller Entwicklung, gesellschaftlicher Akzeptanz, moralischer Grenzen oder politischem Willen. Unsere Verbindung mit anderen unterliegt vielfältigen Rahmenbedingungen und nicht immer können wir Einfluss nehmen. Manchem sind wir ausgeliefert, anderes ist unsere freie Wahl und einiges gehört in die unumstößliche Kategorie »is’ so«. Da wir uns bekanntlich hier schwerpunktmäßig mit dem Bereich des Nahverkehrs auseinandersetzen, wollen wir den Fokus im thematisch sehr weiten Feld einen Moment auf diesen Bereich der Beziehungsgestaltung legen. Denn neben dem grundlegenden »wer mit wem« variiert natürlich auch das »wie« der Verbindungen. Getrennt wohnen und gezielt verabreden, gemeinsame Bleibe und Wiedersehen beim Nachhausekommen, WG, Hausgruppe, Mehrgenerationenprojekt, Familie - alles geht, nichts muss. Was ein Glück! Denn manch eine:r findet fernab der Alltagsrouten die eine verwandte Seele, wohnt nicht Tür an Tür mit dem Herzensmenschen, vielleicht sogar noch nicht mal im Nachbarkiez. Kommt es ganz dicke, liegen Berge dazwischen oder gar Ländergrenzen. Aber auch das lässt sich meistern: Denn mit Sehnsucht lebt sich auch eine Fern- oder – und damit hätten wir den Bogen elegant zu unserem Kernthema geschlagen – eine Fahrbeziehung ganz famos. Hier wird die symbolische Reise zueinander zum handfesten Organisationsaspekt und der Aufwand zur Willensbezeugung. Und was für manche wie ein notwendiges Ärgernis anmuten mag, ist für andere eine Beziehungsgarantie oder gar der verbindungsrettende Umstand. Ach, die Liebe. Langes Gerede, kurzer Punkt, denn was wir hier eigentlich und im Sinne der Verkehrsplanung sagen wollen: Wie immer Sie Ihre Beziehung gestalten, tun Sie es wie Sie mögen. Hauptsache Sie bleiben in Verbindung. 

Definition »Fahrbeziehung«
Verhältnis oder Verknüpfung bestehender Verkehrsströme zu- bzw. miteinander

 

Wenn alle näher rücken, hat das gleich mehrere Vorteile: Man ist beispielsweise nicht so allein. Statt, dass am Bahnsteig verteilt jede:r für sich herumsteht, wartet man gemeinsam. Steht man dicht beisammen, friert man außerdem nicht so schnell – was zugegeben lediglich an kalten Tagen ein Vorteil ist. Vor allem aber sieht es nach mehr aus, wenn alle zusammenstehen. Ein Fahrgastunterstand ist somit eine Art kaschierendes Bauwerk für niedrigfrequentierte Haltepunkte. Fahrgastüberstände sind hingegen wahrscheinlich weniger hilfreich.

Haltepunkte bieten neben den Informationen zum Fahrplan häufig eine bauliche Möglichkeit, sich als Wartende:r vor Regen oder Schnee zu schützen. Je nach Frequentierung der Haltestelle fallen diese Unterstände kleiner oder größer aus. 

Definition: bauliche Anlagen an Verkehrsflächen oder Schienenwegen, die Wartenden die Möglichkeit des Wetterschutzes bieten (Regen, Schnee etc.).

 

Leitungen braucht es viele. Sie führen an verschiedene Orte, verbinden diverse Punkte, schicken Informationen von hier nach dort oder versorgen mit Energie, Gas, Wärme. Oder Strom, beispielsweise. Was immer hindurch fließt, läuft oder zischt, im Allgemeinen gibt es zwei Möglichkeiten, Leitungen zu verlegen: oberirdisch oder unterirdisch. Bei der oberirdischen Lösung – und wir bleiben mal bei dieser, Sie werden im Weiteren verstehen, warum – lässt sich der Verlauf zusätzlich noch hinsichtlich der Distanz zum Boden variieren. Allerdings nicht ins Unendliche, klar: Ab einer gewissen Flughöhe zieht es selbst die leichteste Leitung gen unten. Stützen kann in diesen Fällen helfen, sie an Ort und Stelle zu halten – natürlich unterliegt auch diese Hilfsmaßnahme physikalisch bedingten Grenzen, aber so kleinlich wollen wir jetzt mal nicht werden. Solche tragenden Masten also werden gemeinhin mithilfe von Fundamenten standfest verankert. Nichts und niemand soll sie umhauen können, weder Wind noch Wetter und schon gar kein bodensehnsuchtsschweres Kabelstück. Die Kehrseite dieser Unumstößlichkeit ist maximale Unflexibilität – und damit die vollständige Abwesenheit eines Spielraumes. »Was fest steht, steht fest!«, ließe sich ausrufen. Absolute Unbeweglichkeit ist schließlich die Grundvoraussetzung für einen guten Mast. 

Sie haben das Dilemma längst erkannt, richtig? Totale Stabilität ohne Flexibilität? In Zeiten wie den unsrigen? Ein echtes Problem, ein »No-go« nahezu! Doch wir können Sie beruhigen. Denn selbstverständlich haben wir für diese Zwickmühle bereits eine technische Lösung gefunden: Fahrleitungsmaste. Diese mobilen Stützpfeiler ermöglichen die Nutzung immer genau dort, wo sie gebraucht werden. Die Verbindung soll nicht lasch und lose rumbaumeln, sondern störungssicher in luftiger Höhe hängen, aber der nächste rettende Mast ist Meter entfernt? Nichts leichter als das: Der mobile Leitungsmast kommt innerhalb weniger Stunden angefahren, lässt sich in die gewünschte Position manövrieren – und zackzarack, schon werden hochfliegende Seilschaften sicher gestützt. Praktisch ist das vor allem auch, weil das Durchgehänge bei Bestandskabeln in den letzten Jahren massiv zugenommen hat – und ein Ende nicht abzusehen ist. Im Gegenteil: Durch die unaufhaltsam um sich greifende Digitalisierung nämlich nehmen die Datenmengen stetig und rasant zu (und damit natürlich auch die benötigte Energie und damit wiederum – aber diese Ausführungen führen jetzt wirklich zu weit). Auf jeden Fall hängt aufgrund des Datenvolumens an der einen oder anderen Stelle immer öfter so manch eine Leitung bedenklich tief. »Hing« – Präteritum, denn diese Fälle sind Schnee von gestern. Mit den stabil-flexiblen Fahrleitungsmasten wird der Leitungsbau zukunftsfähig. Gebaute »FlexStability« – und es klang erst so banal, oder?

Definition »Fahrleitungsmast«
Stützmast für stromführende Oberleitungen; Teil des Tragsystems im Nah- und Fernverkehr; aus Holz, Schleuderbeton, Stahl oder glasfaserverstärktem Kunststoff 

 

Welche Perspektiven eröffnen sich, wenn der Weg frei ist? Hat man sich erst einmal durchs Unterholz geschlagen, gewinnt man beim Heraustreten aufs freie Feld einen guten Überblick. Sind die zu betrachtenden Dinge reduziert, wird die Übersichtlichkeit größer, der Raumbedarf kleiner – und die Konzentration auf das Wesentliche entsteht von ganz allein. Zugegeben, nicht immer ist weniger mehr. 

Die Pflanzen auf den an Verkehrswege angrenzenden Flächen wird regelmäßig gepflegt. Dazu gehört ggf. auch die Reduzierung des Gehölzes, also das Beschneiden von Sträuchern oder Bäumen. Ist bei einer Neuplanung oder Sanierung von Verkehrswegen die Nutzung von begrünten Bereichen erforderlich, wird eventuell die vollständige Beseitigung vorhandener Sträucher oder Bäume notwendig. Solche Rodungen oder Fällungen werden zuvor sorgfältig geprüft. 

Definition: auch Nutzholzgewinnung, Habitatoptimierung oder Biotopflege; Fällen von Bäumen und Roden kleinerer Gehölze bzw. Sträucher.

 

Noch einmal möchten wir uns zu möglichen Anlageformen für die Altersvorsorge äußern – wir bitten das zu entschuldigen, aber es ist und bleibt ein relevantes Thema. Beginnen wir am Ende. Der ausschlaggebende Teil der Anlage ist: die Lage. Nun bitte keine Stoßseufzer ob der genannten Offensichtlichkeit, wir stehen schließlich für Transparenz, erstreben lückenlose Mitnahme aller Interessierter und bemühen uns um maximale Verständlichkeit. Die Lage also muss wohl überlegt, unter Einbeziehung allem potenziell Kommenden gut durchdacht, sorgfältig geplant und vorbereitet werden. Erst dann lässt sich entscheiden, ob man Um-, Ent-, Ab- oder eben Anlegen möchte. Bleiben wir weiterhin bei letztgenannter, der Anlage. Hat man sich zu selbiger entschlossen - und wir raten sehr dazu -, wäre der Hauptvorhang abgeschlossen. Wir prüfen noch einmal: Das Kernstück liegt, wir wissen wo und in welcher Position und haben mit großer Sorgfalt für Stabilität sowie verlässliche Qualität gesorgt. Sind Sie so weit bei uns? Fein. Jetzt folgt Schritt zwei (oder drei, je nach Zählweise): Klärung des Anlage-Inhaltes. Neben an anderer Stelle in unserem Glossar bereits vorgestellter Lichtsignalanlage möchten wir auch hier nicht in aller Breite sonstige Möglichkeiten benennen, sondern direkt und ohne Umschweife zu unserem heutigen Tipp kommen: der Gleisanlage. Wegen der Nachhaltigkeit. Logisch. Ach, Sekunde: Das erscheint Ihnen jetzt nicht unmittelbar einleuchtend und offensichtlich? Pfffff … ups, der Seufzer ist uns vollumgänglich unkontrolliert entfleucht. Wir bitten das zu entschuldigen und erklären es selbstverständlich sehr gerne. Die Gleisanlage ist in ihrer Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit nicht zu übertreffen, weil … nein, das ist jetzt doch zu schlicht. Und, liebe Leserinnen und Leser, das steht ja nun sowieso alles haarkleinst auf dieser unserer Website, nicht? Wir fassen also zusammen, tuen unserem Beratungsauftrag genüge und platzieren unseren Appell: Nutzen Sie die Gleisanlage! Vielen Dank.

Definition: System des Schienenverkehrs; umfasst gesamten Oberbau: Gleise (Gleisbett, Schwellen, Schienen), Weichen, Kreuzungsweichen sowie Kreuzungen und Brücken

 

Früher guckten wir immer das Sandmännchen. Kindergarten- und Grundschulzeit muss das gewesen sein. Dieses kleine Ritual zu Kinderzeiten war wunderbar. Da wusste man genau: Jetzt ist der Abend da. Der Tag ist vorüber, was getan werden sollte oder wollte, wurde getan, verschoben oder vergessen, und es kehrte die vorauswehende Ruhe der verlässlich aufziehenden Nacht ein. Mit den Jahren erfuhren wir, dass der Tagesbeschluss und das Feinmachen zur Nacht nicht bei allen gleich sind. Das Vorlesen kurzer Geschichten am Bettrand teilten wir mit den meisten. Bei manchem gab es noch ein Glas Milch, leise Musik, ein Nachtlicht, das Figuren an die Zimmerdecke zaubert, ein Gute-Nacht-Lied oder Hörbuch, »Die ???« in späteren Jahren beispielsweise. Ins Bett und in den Schlaf fanden wir alle irgendwann. Soweit unsere gesammelten Belege subjektiver Empirie in diesem Forschungsfeld. Und das Gleis? Diese Zu-Bett-Geh-Gattung – und das geben wir nur sehr ungern zu – entzieht sich unserer Erfahrungswelt. Genauer gesagt: Wir tappen da noch etwas im Dunklen. Ach, ja, rundheraus: Wir haben keinen blassen Schimmer. Aber, wir haben Fragen! Und Hypothesen. Die Fragen sind, notiert vorbereitet, falls wir mal völlig überraschend in die Situation kämen, einem Gleis ganz unverkrampft gegenüberzustehen und, vielleicht bei Schlummertrunk und sanftem Licht, ganz zwanglos sprechen zu können: Welches Einschlaf-Ritual mag es in der Welt des Gleises geben? Zählt es Schotter und Kiesel? Oder hüpft es gedanklich von Schwelle zu Schwelle? Legt es sich behaglich in Kurven oder lässt sich mit einem Seufzer in die Tiefebene sinken? Lauscht es den Geschichten der vorbeiziehenden Bahnen, den Abendwinden? Schaut es dem Aufleuchten und Erlöschen der Signalanlagen zu, bis die Schwere des Schafes sich auf die Kleineisen senkt? Bisher wissen wir all das nicht. Aber, und hierin sind wir uns absolut und vollkommen sicher: Ganz bestimmt gibt es ein Ritual. Denn irgendetwas muss schließlich getan werden, wenn es heißt: Feierabend für heut. Ab ins Bett, liebes Gleis.

Definition: auch (Gleis)Bettung; Bettungsmaterial (Haufwerk), bspw. Schotter, Kies oder Sand bildet die Unterlage eines Gleises; Gleis und Bettung bilden zusammen den sogenannten Oberbau

 

Der Unterschied zwischen Punkt und Stelle? Glas klar: Ein Punkt ist klein und fein und nimmt nicht viel Raum ein. Auf eine Stelle hingegen passt schon ein bisschen mehr drauf. An Ort und Stelle, da geht was. Wobei, auf den Punkt gebracht spart die Sache manchmal wertvolle Zeit. Also, was jetzt: Halten wir auf dem Punkt oder stehen wir auf der Stelle? Das kommt tatsächlich auf den Aufenthaltsort an: Österreich und Schweiz mag es eher großzügig und wartet an der Haltestelle. In Deutschland mag man es kurz und knackig und wartet. Punkt. 

Haltestellen an Bus- oder Straßenbahn bzw. Haltepunkte an (Eisen)Bahnstrecken ermöglichen den Ein- und Ausstieg. Manche Haltestellen erkennt man lediglich an einer entsprechenden Hinweistafel am Straßenrand, größere bieten neben Informationen zum Fahrplan einen Fahrgastunterstand, an anderen Stellen wird die Einstiegshöhe durch einen entsprechenden Bussteig ausgeglichen.

Definition: Haltepunkt (dt.) Haltestelle (Österr./Schweiz) Bahnanlage ohne Weichen auf freier Strecke, die das Ein- bzw. Aussteigen in eine Bahn ermöglicht.

 

Was braucht es, um die Kurve zu kriegen? Mit Schwung und fröhlichem Elan, ganz ohne Geschleppe, und Gestöhne? Sicherlich hilft da jeder und jedem etwas anderes, aber ausreichend Raum ist in jedem Fall von Vorteil. Wenn wir uns bestmöglich entfalten können, fällt das Spurhalten leicht, dem Vorwärtskommen steht im Grunde nichts im Wege und wir gleiten wohlig eingehüllt durch die Kurve.

Während die Straßenbahn mit ihren Wagen den notwendigen Raum zum Abbiegen umhüllt (Hüllkurve), schleppen Busse oder Lkws ihre Ladung in der Kurve hinter sich her (Schleppkurve). Beide Vorgänge bedürfen einer Freifläche, die von den Fahrzeugen »überstrichen« werden kann. Da Busse wie Bahnen eine gewisse Länge aufweisen und ihre Bauweise nur wenig Flexibilität in der Veränderung ihrer Form zulassen, nimmt das Abbiegen mehr Platz in Anspruch als bei einem Auto oder Fahrrad. 

Definition: Hüll- oder auch Schleppkurve; der von einem (abbiegenden) Fahrzeug genutzte Freibereich; Fläche, die von einem Fahrzeug überstrichen wird.

 

Wir möchten uns an dieser Stelle zu einem Thema äußern, dass gerade oder viel mehr eigentlich immer viel besprochen wird: der Alltagsvorsorge. Zunächst Altbekanntes: Zukunftsfähig und nachhaltig anlegen lässt sich in Form von Gold oder Immobilien, Investment Fonds, Start-ups oder unter dem Kopfkissen (naja, letztgenannte Methode gehört wohl zu den eher wenig empfohlenen). Der Gedanke bei all diesen Anlageformen ist die Bewahrung, noch besser natürlich die Vermehrung des investierten Finanzvolumens. Ziel ist, im Rentenalter oder sogar bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Leben finanziell abgesichert zu sein. So bekannt, so vernünftig. 

Was wir in der Regel aber vergessen – und diese Anmerkung erscheint nur auf den ersten Blick banal: Geld ist nicht alles im Leben. Sicher, Zahlungsfähigkeit erleichtert den Alltag, um nicht zu sagen: Ohne Moos nix los. Aber was das Leben ganz sicher genauso sehr und regelmäßig braucht, ist Licht. Für Wachstum im Allgemeinen, Blüten im Besonderen und, nicht zu vergessen, zur Entwicklung und dem Erhalt guter Laune. Hier gilt tatsächlich: Je mehr, desto besser. Wenn aber kein Hochsommersonnentag zu haben sein sollte, hilft notfalls auch ein kleines Bündel Sonnenstrahlen oder ein kurzes Aufblitzen im Düsteren. Ein kurzes Signal, das zeigt: Alles ist gut. Wir raten daher neben den gängigen Anlageformen der Altersvorsorge zur Lichtanlage bzw. (für den kleinen Geldbeutel) zu einer Lichtsignalanlage. Damit es immer helle Momente gibt im Leben.

Definition »Lichtsignalanlage« (LSA): auch Lichtzeichenanlage (LZA) oder umgangssprachlich »(Verkehrs-)Ampel«; technische Vorrichtung zur Steuerung des Straßen- und/oder Schienenverkehrs; erstmaliger Einsatz in Bremen (Brill) 1928 

 

Welches Interesse hat das Grün, die Straße zu begleiten? Nun, wahrscheinlich treibt es das Gleiche wie uns alle, wenn wir in Betrachtungen versunken am Straßenwand stehen: die Neugier. Vielleicht guckt es aus technischem Interesse, möchte herausfinden, welche Bedeutung das Thema Mobilität in seinem Leben spielen könnte. Oder überlegt sehnsuchtsvoll, wie es selbst bestmöglich mobil werden könnte. Zum Beispiel mit der Straßenbahn. 

Neben den mehr als 1.400 Straßenkilometern in der Stadt Bremen wachsen vielerorts Wiesen, Sträucher und Bäume. Dieses sogenannten »Straßenbegleitgrün« ist nicht nur Heimat von Insekten und Tieren, es sorgt darüber hinaus für bessere Luft – und trägt somit zur Lebensqualität bei. Um jederzeit die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können, werden diese Grünbereiche sorgfältig gepflegt. Bäume und Sträucher werden gestutzt und Rasenflächen gemäht, damit Ampeln gut zu sehen sind, Rad- und Fußwege frei zugänglich bleiben und nichts in den Straßenraum hineinwächst.

Definition: auch Verkehrsbegleitgrün; Sammelbegriff für alle zu einem Verkehrsweg gehörenden Grünflächen sowie Gehölzpflanzungen.

 

Es gibt ja eine Vielzahl von Möglichkeiten, Dinge zu verlieren. Etwas fällt unbemerkt aus der Tasche. Oder bleibt beim Verlassen des Restaurants auf der Bank liegen. Beim Losfahren fällt das gedankenverloren auf dem Wagendach Zwischengeparkte meist mit Schwung. Oder wir verlieren den perfekten Ort zur Aufbewahrung aus Hirn und Erinnerung. Wie immer es sich zuträgt: Wenn etwas verloren geht, ist das meist ärgerlich. Um dieses Etwas wiederzufinden, hilft suchen. Wir bitten diesen banalen Hinweis zu entschuldigen, aber tatsächlich neigen die einen oder anderen unter uns dazu, leichthin die Schultern bedächtig nach oben zu bewegen und ein seufzend intoniertes »Najaaaa.« zu ergänzen. »Dinge kommen und gehen«, pflegte hingegen die Großmutter mit vorwurfsvoll gekrauster Stirn zum Besten zu geben, bevor sie sich kopfschüttelnd abwandt. Bei Licht betrachtet auch nur eine, wenn auch wort- und mimikreichere Variante des geseufzten »Najaaaa.« Wo aber genau bleiben dann diese tausend ungesuchten Dinge? Glaubt man dem Gedanken, dass »nichts verschwindet in diesem unserem Universum«, dann gibt es folglich einen Ort, eine Art Schacht womöglich, tief in die Erde reichend, wo all das verlorene Etwas aufgehoben wird. Nennen wir diesen unentdeckten Ort doch schlicht »Suchschachtung«.

Definition: zum Tiefbau gehörende Arbeit zur Lokalisierung von Versorgungsleitungen (Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen) im Untergrund zu Zwecken der Schadenbehebung oder Verlegung.

 

Während uns manche Werke die Möglichkeit des Übergangs eröffnen, tragen uns andere gar nirgendwohin. Was natürlich nicht bedeutet, dass Nutzer:innen falsche Tatsachen vorgespiegelt und sie willentlich betrogen werden. Vielmehr eröffnen manche baulichen Anlagen neue Perspektiven und andere Wege. Nehmen wir zur Verdeutlichung ein kleines Volumen: Ein Trog etwa bietet gegenüber einem Bach etliche Vorteile. Er ist örtlich ungebunden, lässt sich bei Bedarf jederzeit sowie mit diversem Inhalt füllen und ist in seiner Größe variabel. Dieses scheinbar völlig abwegige Beispiel bringt uns ohne Umwege zu deckungsgleichen Anforderungen für Verkehrswege: Manchmal ist druntendurch besser als obendrüber, mal brauchen individuell Reisende ein Durchkommen, mal der Schienenverkehr. Ergänzend zum Überführungsbauwerk ist das Trogbauwerk somit eine gebaute Alternative mit Tiefgang zur Eröffnung neuer Perspektiven.

Definition: Ingenieurbauwerk im Verkehrswegebau; mit seitlichen Stützwänden und geschlossener Sohle, meist als Rampe für Verkehrsweg errichtet (z.B. Tunneleinfahrt oder Unterführung)

 

Ist überliegen eigentlich etwas Gutes? Nun, das Zu-lange-auf-der-faulen-Haut-Herumliegen führt ja meist zu eher knurriger Gemütsverstimmung. Beim Überliegen hingegen wird schnell deutlich: Es braucht immer zwei zum Liegen. Liegt nämlich eine:r über, braucht es mindestens noch jemanden zum drunterliegen. So ist man nie allein – ob oben oder unten, rechts oder links, in voller Fahrt oder geduldig wartend. Und am Ende ist davon auszugehen, dass die eine wie der andere erwartungsvoll aktiv herumliegt – und irgendwann geht’s in jedem Fall weiter.

Um nicht auf der gesamten Fahrstrecke des Schienenverkehrs zwei parallelverlaufende Gleise bereithalten zu müssen, werden stattdessen an verschiedenen Stellen Ausweichmöglichkeiten geschaffen. Eingleisige Strecken erhalten also ein kurzes Parallelgleis, über welches ein Aneinandervorbeifahren möglich ist. Lässt eine Bahn eine zweite vorbei, hält sie also auf dem Parallelgleis, spricht man von einer »Überliegeposition«. 

Definition: eine auf einem Parallelgleis stehende Bahn überholende Straßenbahn.

 

Klar überführt? Meint »erwischt« – oder hat hier einfach wer mächtig über die Strenge geschlagen und den Bogen ordentlich überspannt? Manche überführen ja quasi von Berufswegen und das machen sie richtig gut. Da traut man sich dann auf Wege, die man alleine womöglich nie eingeschlagen hätte. Und wer weiß, am Ende findet man noch einen Topf mit Gold. »Über sieben Brücken musst du gehen …«. Da wird das Überführen schnell zur Verführung.

Bei der Planung von Wegkreuzungen bieten sich meist zwei Möglichkeiten: Die Weiterführung der Strecke über ein Hindernis oder das Verlegen einer Strecke unter den zu querenden Bereich. Brücken leiten den Verkehr über etwas anderes hinweg, man spricht daher von einem »Überführungsbauwerk«.

Definition: auch Überwerfungs- oder Kreuzungsbauwerk; Brücke.

 

Sprechen wir es offen an: Manche sind komplett oder gar absolut beschrankt. Was nicht bedeutet, dass sie völlig unzugänglich sind. Nichtsdestotrotz herrscht an anderen Stellen mehr Raum. Da finden sich die halb- oder teilbeschrankten. Und wenn es richtig gut läuft, sind sie völlig unbeschrankt. Das allerdings erfordert eine erhöhte Aufmerksamkeit, denn man weiß nie, ob vielleicht was kommt. Das ist bei den beschrankten natürlich einfacher, da weiß man gleich, woran man ist. Sie sagen: Obacht! Jetzt kommt was. Zum Beispiel die Linie 1.

Insbesondere an Verkehrspunkten mit großem Verkehrsaufkommen oder an schwer einsehbaren Stellen werden den Straßenbereich kreuzende Bahngleise mithilfe einer Schrankenanlage gesichert. Sperren die Schranken auf beiden Seiten den vollständigen Bereich zu den Bahngleisen, spricht man von einer »Vollbeschrankung«.

Definition: Bahnübergang mit beidseitigen Schranken.

 

Es wächst und gedeiht so manches Übel auf der Welt. Einige von ihnen lassen sich schnell und recht einfach identifizieren und benennen. Sie liegen blank und offen, breit und laut in der Gegend herum, man stolpert ständig darüber, stößt sich Zeh, Knie oder Kopf – je nach Ausmaß und Größe des Ärgernisses. Ihre Beseitigung erfordert selten Fingerspitzengefühl, meist hilft beherztes Anpacken und schwungvolles Beiseiterollen. Andere Übel hingegen rumoren im Hintergrund. Oftmals über lange Zeit unbemerkt, hinterlassen sie kleine, nichtsdestoweniger schmerzhafte Dellen im Wohlbefinden. Dann, plötzlich und mit einem unangekündigten Knall, treten sie zutage. Ihren Ursprung zu finden, ist dann eine langwierige und Geduld erfordernde Aufgabe, die nicht immer mit einer Lösung oder Antwort abgeschlossen werden kann. Wenn es ganz dumm läuft, bleibt die Seele immerfort zerdellt und geschunden, und das Übel rumpelt und beult träge vor sich hin, wird zur gewohnten Geräusch- und Druckschmerzkulisse. Langzeitschäden, pathologisch, aber ohne Heilaussicht.

Dem lässt sich jedoch vorbeugen. Mit ein bisschen Übung und Empathie für das eigene seelische oder körperliche Innenleben, wird man rechtzeitig aufmerksam auf den steten Tropfen, der da so heimlich dröppelt und höhlt. Und natürlich gibt es Techniken, um an die Wurzel der Misere zu gelangen. Feine, sensible Suchschachtungen beispielsweise helfen, die betroffenen Bereiche vorsichtig zu sondieren. Dabei wird hier und da ein kleiner Lichtstrahl ins Dunkel geschickt und geschaut, welche Wellen zurückkommen, wo Licht und Wärme im Nichts verhallen, wo es klemmt oder drückt. Oder zieht. Oder klonkt. Übel sind so vielfältig und bunt wie das Leben und wir. Hat man die:den Übertäter:in entdeckt, ist die Idee zur Behebung nicht fern. Vielleicht hilft die kurzzeitige bis anhaltende Unterbrechung eines Kontaktes, die hingebungsvolle oder stoische Pflege einer Verbindung, eine kleine Veränderung oder vollständige Abschaffung einer Gewohnheit. Welche Schlussfolgerung auch immer hilfreich und sinnig erscheinen mag, solche Wurzelsuchschachtungen nach Ärgernis und Übel im verwinkelten Dunkel beizeiten durchgeführt, bieten in jedem Fall die Möglichkeit, größere und nachhaltige Schäden zu vermeiden oder zumindest zu vermindern. Wert ist diese Maßnahme jeden Versuch und alle Mühe. Finden wir. Im Sinne des friedvollen Miteinanders.

Definition »Wurzelsuchschachtung«
Verfahren zur Identifizierung des Baumwurzelsystems; liefert Grundlage für Gutachten und Maßnahmenentwicklung; zur Vermeidung von Schäden und zum Baumerhalt

 

Kommunikation lebt im Allgemeinen ja davon, dass jemand eine Botschaft, welchen Inhalts und in welcher Form auch immer, aussendet und eine andere Person selbige empfängt, in dem sie hinhört, liest oder – bei non-verbaler Sendung – sich hineinfühlt. Um sich zu vergewissern, dass ich als Empfänger:in das Gesendete im Sinne der Senderin / des Senders verstanden habe, ist eine Rückversicherung in Form einer Rücksendung hilfreich. So kann die Ursprungsbotschaft von der oder dem Urheber:in noch einmal überprüft und mein ggf. vorliegendes Missverstehen korrigiert werden. Durch diesen Zweirichtungsverkehr, also das Hin- und Herbewegen des Gemeinten, entsteht die Chance, dass Inhalte relativ dicht am ursprünglich Gedachten bleiben und sich der Austausch zwischen zwei Personen tatsächlich um Dasselbe dreht. (In Gruppen wird es im Übrigenen nochmal komplizierter, weil sich die Möglichkeit des Missverstehens potenziert – Stichwort »Stille Post«. Aber das steht auf einem anderen Blatt). 
Soweit die Theorie. Im wirklichen Leben machen die meisten von uns andere Erfahrungen. Statt elegant und geschmeidig in Zweirichtungsverkehren dahin zu cruisen, quälen wir uns meist in engen, barriere- und fettnapfreichen Einbahnstraßen durchs kommunikative Miteinander – was nur selten erhellende Umwege, meist verzerrte Perspektiven und manchmal Orientierungslosigkeit zur Folge haben kann. Wir plädieren daher von Herzen für einen wertschätzenden, respekt- und freudvollen Zweirichtungsverkehr. 

Definition: Verkehrswege, die in beide Richtungen befahren werden können; im Gegensatz zur Einbahnstraße