Publiziert am: 27. August 2026

Einbringen der Spundwände im Bereich Steubenstraße

Arbeiten ab Montag, 31. August 2026

Die Arbeiten im Bereich der Steubenstraße sind deutlicher zu vernehmen als sonst? Grund dafür könnte das Einbringen der Spundwände in den Boden sein.

Für die Seitenbauteile des Trogbauwerkes braucht es Platz im Untergrund. Um diesen zu schaffen, wird Erdreich entfernt. Gräbt man in die Tiefe, sorgt die Physik dafür, dass sich die ausgehobene Lücke wieder schließt. Um das zu verhindern und Stabilität für das Dazwischen zu erreichen, werden Spundwände in die Seiten der Baugrube eingebracht. Diese schützen gleichzeitig die angrenzenden Verkehrs- und Infrastrukturanlagen während der Bauzeit und sorgen am Ende dafür, dass der Straßenbereich durch den Druck des Grundwassers nicht ins Schwimmen gerät (Auftriebssicherheit). Im Falle des Trogbauwerkes Nord haben diese wellenförmigen Stahlplatten eine Gesamtfläche von ca. 1.600 qm. Solche Größen lassen sich nicht einfach in den Boden hineinschieben. Um sie im tragfähigen Untergrund zu positionieren, werden sie einvibriert und gerüttelt.

Vibriert und gerüttelt – Verflüssigung reduziert den Widerstand

Um Stahlwände in den Boden zu treiben, gibt es verschiedene Verfahren. Innerhalb des Stadtgebietes versucht man selbstverständlich, die Belastungen durch Lärm und Erschütterungen gering zu halten. Möglich wird dies bspw. durch ein Vibrationsverfahren. Bei dieser Methode sorgen hochfrequente Schwingungen beim Einrütteln der Spundwände für geringere Erschütterungen im unmittelbaren Umfeld. 

Genutzt wird ein physikalischer Effekt: Durch Vibrationen lockert sich die Verbindung zwischen den Erdpartikel. Sie lösen sich voneinander, wodurch Raum für Bewegung entsteht – das Erdreich gerät in einen quasi-flüssigen Zustand. Diese »Verflüssigung« lässt sich beim Einbringen von Spundwänden nutzen: Widerstand und Reibung werden geringer. 

Lautlos ist das Vorhaben leider auch mit dieser Technik nicht umzusetzen. Damit die Grenzwerte aber zu keinem Zeitpunkt überschritten werden, werden die Erschütterungen während der gesamten Bauausführung sorgfältig überwacht.